Freitag, September 22, 2017
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Historisches von 2000 bis 2006

Das Café und Zucker-Institut Maushagen ist in Düsseldorf auch bekannt als „Süße Präsent Manufaktur“. Die dort hergestellten Kreationen sind nicht nur wunderschön anzuschauen, sondern auch eine Gaumenfreude. Der Ärger der KG. Till’s Freunde über den Diebstahl war durch den „süßen Sessionsorden“ schnell verflogen.

Durch die Solidarität der eigenen Mitglieder und Sponsoren, können sie wieder lachen, im eigenen Kasino an der Collenbachstraße 22. Die drei Räume, fürs Archiv, die Geschäftsstelle und die Sitzungen des Vorstands sind gegen Diebstahl gesichert. Sie liegen hinter einem stählernen Rolltor im Hof. Till’s Freunde feiern 2006 ihr 4 x 11-jähriges Narrenjubiläum, sie haben in Josef Neef ihren Trommler. Neef ist seit 40 Jahren Mitglied, seit 30 Jahren Vorsitzender und seit 22 Jahren Präsident. Voller stolz führen Neef und sein Schatzmeister und Vizepräsident Mimoun Baye durch ihr neues Reich. Im Schrank hängen 25 strahlend blaue Samtumhänge mit Goldbrokatstulpen und Kragen, die Kleidung für den Kinderkarneval ist gleichfalls edel, die Präsidentenmütze mit Hermelin besetzt. Die neue Standarte haben sie mit ihrer Hülle an die Wand geschraubt. Clown-Puppen spielen die Wächter, sie kommen bei der Prunksitzung zum Einsatz. Blaue und gelbe Atlasseiden und Satinstoffe werden benutzt um den Radschlägersaal zu verwandeln und das vereinseigenen Bühnenbild mit der Altstadt-Silhouette zu begrenzen. Bänke für die Hoffeste runden die Schätze des Vereins ab. Sein Stolz sind die steigenden Mitgliederzahlen, in den letzten drei Jahren kamen 70 Mitglieder hinzu, im letzten Jahr allein 23. Neef führt dies darauf zurück, dass sich die „Freunde“ als große Familie fühlen. „Wir sind immer für die anderen da.“ Im Todesfall bleibe die Witwe selbstverständlich Mitglied, und am Totensonntag werde der toten Kameraden gedacht. „Wir kämpfen gegen die zunehmende Anonymität in der Gesellschaft.“ Viermal im Jahr werden soziale Veranstaltungen durchgeführt, darunter versteht Neef Auftritte im Tersteegenhaus und im Edmund-Hilvert-Haus. Es gibt Sitzungen für Aussiedler im Gerhard-Hauptmann-Haus und für Inhaftierte in der Ulmer Höh. Seit Jahren unterstütz die Gesellschaft carikative Einrichtungen und vor wenigen Tagen wurden 1111,11 Euro an den Pfarrer Ulrich Lilie überreicht, den Hospizleiter am Evangelischen Krankenhaus.
Hundert Euro kostet der jährliche Mitgliedsbeitrag einschließlich des dekorativen Sessions-Ordens, der diesmal mit Strass verziert ist. Im Beitrag ist eine Abgabe für den “Solidaritätsfond“ enthalten, eine Kasse für soziale Schwache im Verein. Seitdem es kein Sterbegeld mehr gibt, seien manche Witwen bei der Beerdigung auf die Hilfe der Karnevalisten angewiesen. Neef ist fürs Kötten bekannt. „Ich renne von Pontius zu Pilatus, wenn es sein muss. Ich bin so erzogen worden, dass ich mit anderen Menschen teile. Und ich habe noch immer die anderen überzeugen können, etwas zu stiften.“
Die Karnevalsgesellschaft Till’s Freunde zählt 215 Mitglieder und wünscht sich zu ihrem 4x11 jährigen Jubiläum 222 Mitglieder.


Übrigens: Till Eulenspiegel hat als eine Art, räuberischer Landadeliger, zwischen 1390 und 1360 gelebt. Sein wirklicher Name war, Tue von Kneidingen. Er trieb sein Unwesen nachgewiesenermaßen im Hwzvorland und war als Räuber a, Ja Robin Hood beim Volk sehr beliebt. Schon Mittelalter wurden Legenden um seine Person gesponnen.