Im Februar 1962 entstand nach einer Vorstandssitzung des Heimatvereins der „Derendorfer Jonges“ die Idee zur Gründung einer neuen Karnevalsgesellschaft.
Die eigentliche Gründung erfolgte im November 1962. Gründungsmitglieder waren Josef Beckinger, Hans Bongartz, Lothar Gros und Josef Mergenthal. Auf Vorschlag von Hans Bongartz wurde die Gesellschaft „Till’s Freunde“ genannt.

Man dachte nicht im Traum daran, dass es einmal derart aufwärts gehen würde, als sich die vier Freunde zusammentaten. Am 4. Januar 1964 fand der erste karnevalistische Abend statt, bei „Becker am Münsterplatz“ und zwar für den Stammtisch der „Lügenbrüder„. Der Auftritt fand großen Anklang, und man beschloss, so weiterzumachen.

Ein Jahr später zog schon ein kompletter Elferrat in blaugelber Uniform und mit vier Tanzmariechen in die Gaststätte „Zum Piefedeckel„. Der Durchbruch gelang mit dem 1. Hoppeditz Erwachen am 11.11.1964. Ab diesem Zeitpunkt kam man an der „neuen Derendorfer Karnevalsgesellschaft“ nicht vorbei. In der Session 1965/66 versuchte man sich in größerem Rahmen: mit einer Galasitzung im 100-jährigem „Dietrich-Bierkeller„.

Neben den eigenen Veranstaltungen, wie Galasitzung, Kostümbällen und Kinderkarneval, richteten Till’s Freunde auch närrische Sitzungen für den Heimatverein „Derendorfer Jonges“, den Bürgerschützenverein Rath und andere Kreise aus. Bereits 1966 wurde ein eigenes elfköpfiges starkes Fanfarencorps, hervorgegangen aus dem Tambourcorps Derendorf, gegründet.

Danach ging es Schlag auf Schlag. So gab es Aufträge, karnevalistische Prunksitzungen auszurichten, die Beteiligung am Rosenmontag erfolgte im eigenen Wagen. Kinderkarnevalsfeste wurden organisiert und die eigene Tanzgarde der Till’s Freunde erzielte gute Erfolge bei überörtlichen Veranstaltungen.
Beim 1 x 11-jähirgen Jubiläum im Jahre 1973 wurde im damaligen „Europa-Restaurant“ tüchtig gefeiert. (Bürgermeister Josef Kürten übernahm die Patenschaft) erster Präsident Hans Bongartz übergab in diesem Jahr die Pritschenführung an Erich Harmsen weiter. Die Gesellschaft ernannte Hans Bongartz zum Ehrenpräsident.

In den folgenden Jahren bis zum 2 x 11-jähirgen Jubiläum im Jahre 1984 entwickelte sich die Gesellschaft stetig weiter. Der Zuspruch zu den Veranstaltungen wuchs, die Säle waren regelmäßig ausverkauft. Die Jubiläumsveranstaltungen wurden dann in einem niveauvollen Rahmen gefeiert. Nach dem Tod des Ehrenpräsidenten Hans Bongartz (1975) hatten in den Jahren 1975 und 1976 jeweils für kurze Zeit Wolfgang Trydte und Erich Harmsen die Vereinsführung inne. 1976 trat dann der langjährige Geschäftsführer Josef Neef den Vorsitz der Gesellschaft und 1984 die Präsidentschaft an. Sein Vorgänger wurde Ehrenpräsident. 1984 wurde der erste Senatsball eingeführt. Seitdem ist dieser Ball das Aushängeschild der Gesellschaft geworden.

Beim Bau der Rosenmontagszügen allerdings lagen Freund und Leid beieinander: Gab es 1977 für den Wagen „Brückenverschub“ noch einen 1. Preis, brannte im Jahr darauf das Gefährt ab. Erfreulicherweise konnte der Wagen, dank des Einsatzes vieler Mitglieder über Nacht wieder hergerichtet, unter dem Motto: Heute noch Wagenbrand – morgen außer Rand und Band, doch am „Zoch“ teilnehmen.

In einem Festzelt auf dem Derendorfer Schützenplatz gab es zum 2 x 11-jährigen Jubiläum – die eigentliche Festsitzung stieg im Radschlägersaal – auch Senioren-, Damen- und Herrensitzungen.

In Würdigung und Anerkennung besonderer Verdienste um die Bürger unserer Stadt Düsseldorf, sowie eines bewundernswerten Engagements im heimatlichen Brauchtum, verleihen die KG Till’s Freunde in mehrjährigen Zeitabschnitten an besonders zu ehrende Persönlichkeiten die „Karl-Reismann-Plakette„.

1988 erhielt Karl-Heinz Stockheim die erste Karl-Reismann-Plakette. Es folgten nach zweijährigen Abständen Senatspräsidentin Gisela Scheuten, Paul Gilsdorf, Walter Rittershaus, Franz-Josef Vell, Josef Neef, Oberbürgermeister Joachim Erwin, Heinz Hardt MdL, Dieter Hammesfahr, Norbert Beumer, Oberbürgermeister Dirk Elbers und Protektoren Uschi Theisen.

Josef Neef gelang es in den letzten Jahren, namhafte Bürgerinnen und Bürger aus dem Bundestag, Landtag, Rat der Stadt, Mittelstand, Verwaltung und der Industrie für den Verein zu gewinnen. Ebenfalls holte Josef Neef Persönlichkeiten aus der Politik und Wirtschaft als Senatoren in die Gesellschaft.

Seit vielen Jahren ist die KG Till’s Freunde auch karitativ tätig. Närrische Sitzungen veranstaltet sie in Altenheimen, wie dem Lore-Agnes-Heim, Tersteegen Haus, dem Edmund-Hilvert-Haus, sie 1986 verbreitet sie Spaß an der Freud auf der „Knastsitzung“ in der Ulmer Höh‘, und im Gerhardt-Hauptmann-Haus sind Aussiedler ihre Gäste. Überdies geht der Erlös aus dem Verkauf kleiner Ansteckorden bspw. an die Kinderkrebsklinik oder dem Hospiz am Evangelischen Krankenhaus.
Die große Galasitzung der Till’s Freunde erfreut sich großer Beliebtheit und ist seit Jahren immer ausverkauft.

Ganz besonders widmen sich Till’s Freunde auch dem Kinderkarneval, der seit der Gründung besteht und jährlich ein eigenes Kinderprinzenpaar kürt und bei Groß und Klein sehr beliebt ist.
Viele Jungen und Mädchen schnuppern jecke Luft. Sicher rührt auch daher, dass sich die Gesellschaft nicht mit großen Nachwuchssorgen herumschlagen muss.
Darüber hinaus beteiligen sich die Till’s Freunde mit einem eigenen Wagen, der des Öfteren prämiert worden ist, sehr erfolgreich am Rosenmontagszug.

In Anerkennung der um Volk und Staat erworbenen besonderen Verdienste und sein Engagement im Winterbrauchtum auf karitativem Gebiet, erhielt Josef Neef im Oktober 1996 von unserem Bundespräsidenten Roman Herzog das Verdienstkreuz am Bande.
Eine Ehrung fürs Ehrenamt erhielt Josef Neef 2004 von unserem Oberbürgermeister Joachim Erwin. Die Ehrenplakette „Martinstaler“ der Landeshauptstadt Düsseldorf. Die Auszeichnung wird jährlich an Personen vergeben, die sich seit mehr als zehn Jahren ehrenamtlich engagieren.

Das Jahr 2000 wird der Präsident der Karnevalsgesellschaft Till’s Freunde, Josef Neef, nie vergessen. Neben vielen Aufbruchaktivitäten der KG Till’s Freunde, gab es einen ganz besonderen „Aufbruch“. Nach dem Ball in den Rheinterrassen hatte er seinen Mercedes auf der Klever Straße geparkt und nicht ausgeladen. Am nächsten Tag war das Auto mitsamt Inhalt verschwunden. Der Inhalt war Gold wert, der Kofferraum enthielt 700 Orden, eine Standarte sowie zwei Präsidentenmützen. Die Narren aus Derendorf konnten monatelang nicht lachen.

Zum großen Schrecken kam die Irritation und große Frage, wer daran interessiert sein könnte, sich mit dieser gestohlenen Ausstattung zu schmücken. Da Fernsehen und Presse über den Diebstahl berichteten, hatten bspw. die Kölner Freunde des Düsseldorfer Karnevals, die in der Session einen Orden der KG Till’s Freunde verliehen bekamen, nicht mehr den Mut, ihren Orden öffentlich zu tragen.

Der Verlust von Orden und Standarte wurde „versüßt“ durch den Senator der KG Till’s Freunde, Herrn Georg Maushagen, der es sich nicht nehmen ließ, aus Lebkuchen und Schokolade einen Sessionsorden zu kreieren.

Das Café und Zucker-Institut Maushagen ist in Düsseldorf auch bekannt als „Süße Präsent Manufaktur“. Die dort hergestellten Kreationen sind nicht nur wunderschön anzuschauen, sondern auch eine Gaumenfreude. Der Ärger der KG Till’s Freunde über den Diebstahl war durch den „süßen Sessionsorden“ schnell verflogen.

Durch die Solidarität der eigenen Mitglieder und Sponsoren, können sie wieder lachen, im eigenen Kasino an der Collenbachstraße 22. Die drei Räume, fürs Archiv, die Geschäftsstelle und die Sitzungen des Vorstands sind gegen Diebstahl gesichert. Sie liegen hinter einem stählernen Rolltor im Hof. Till’s Freunde feiern 2006 ihr 4 x 11-jähriges Narrenjubiläum, sie haben in Josef Neef ihren Trommler. Neef ist mittlerweile seit 50 Jahren Mitglied, seit 37 Jahren Vorsitzender und seit 30 Jahren Präsident.